ICE GENESIS - Nächste Generation von Vereisungs- und Schneesimulation für die Luftfahrt
Kurzbeschreibung
Ausgangspunkt / Motiv
Konventionelle Methoden zur Bewertung von Vereisung basieren häufig auf empirischen Ansätzen, 2D-Simulationen und Erfahrungswerten. Diese führen zu Unsicherheiten und konservativen Sicherheitsaufschlägen, die Konstruktion und Zertifizierung ineffizient machen. Mit neuen Flugzeugkonzepten und strengeren Zertifizierungsanforderungen – etwa für große unterkühlte Tropfen (SLD) oder Schnee – stoßen diese Ansätze zunehmend an ihre Grenzen.
Ziele
- Entwicklung und Validierung einer neuen Generation von 3D-Simulationswerkzeugen für Vereisung.
- Verbesserung und Kalibrierung von Vereisungswindkanälen (inkl. SLD- und Schneebedingungen).
- Aufbau einer umfassenden experimentellen Datenbasis zur Validierung von Modellen.
Inhalt
Das Projekt kombiniert experimentelle Forschung, Messtechnik und numerische Simulation, um Vereisung unter realistischen Bedingungen besser zu verstehen. Dabei wurden sowohl Flüssigvereisung (inkl. Freezing Drizzle und Freezing Rain) als auch Schneeprozesse untersucht. Parallel entstanden neue Messmethoden und Datenbanken, die als Referenz für zukünftige Entwicklungen dienen.
Methodik / Vorgehensweisen
Bei diesem Projekt kamen umfangreiche Windkanaltests, Flugversuche und Feldmessungen zum Einsatz sowie die Weiterentwicklung numerischer Modelle. Testanlagen – etwa in Europa und Kanada – wurden gezielt erweitert, um neue Vereisungsbedingungen darstellen zu können. Gleichzeitig wurden 3D-Simulationsmethoden entwickelt und anhand experimenteller Daten validiert.
Erwartete Ergebnisse
Erreicht wurden deutlich verbesserte Simulations- und Testmöglichkeiten, die eine genauere Bewertung von Vereisungsrisiken erlauben. Dies unterstützt eine effizientere Entwicklung und Zertifizierung zukünftiger Flugzeuge, reduziert Kosten und trägt langfristig zu sichererem und energieeffizienterem Fliegen bei.
Projektbeteiligte
Projektkoordination
AIRBUS Operations SAS
Projektpartner
- AIT Austrian Institute of Technology
- Aviadvigatel
- Bombardier Inc.
- CIAM – Central Institute of Aviation Motors
- CIRA – Italian Aerospace Research Centre
- Cranfield University
- IAG Industrie Automatisierungs GmbH
- Moscow Institute of Physics and Technology
- NRC – National Research Council Canada
- Österreichisches Institut für Vereisungswissenschaften
- Polytechnique Montréal
- Rail Tec Arsenal (RTA)
- Russian Helicopters
- Tokyo University of Science
- TsAGI – Central Aerohydrodynamic Institute
- weitere Partner (insgesamt ca. 30 Organisationen aus 9 Ländern)