EMMSA – Sondierung eines Prototyping & Evaluation Frameworks für (teil-) automatisierte Air Traffic Control Software

Das Projekt EMMSA soll mit Einbindung eines Prototyping & Evaluation-Framework die Machbarkeit eines Evaluierungssystems von Mensch-Maschine-Schnittstellen bei der An- und Abflugkontrolle des Flugverkehrs überprüfen.

Kurzbeschreibung

Der „European ATM Master Plan" (SESAR, 2015) für das europäische Air Traffic Management (ATM) soll für die Verdoppelung des Flugverkehrs bei einer 40-prozentigen Senkung der operativen Kosten, eine Reduktion des Treibstoffs um bis zu zehn Prozent, die Erhöhung der Sicherheit um den Faktor vier und die Reduktion von Verspätungen um 30 Prozent sorgen.

Im Master Plan 2025 wurde nun das Ziel der Reduktion der CO2-Emissionen um 400 Millionen Tonnen genannt, das mit verbesserter Luftqualität, einer geringeren Lärmbelastung sowie einem widerstandsfähigeren und nachhaltigerem Luftverkehrssystem einhergehen soll. Dies soll unter anderem durch die Lotsung der Flüge entlang von 4D-Trajektoren erreicht werden, damit diese Änderungen bei den FluglotsInnen gut angenommen werden.

Ziele

  • Überprüfung der technischen und methodischen Machbarkeit, praxisgerechten Einsetzbarkeit und wirtschaftlichen Verwertbarkeit eines formalisierten Evaluierungssystems von Mensch-Maschine-Schnittstellen in der teil- und vollautomatisierten An- und Abflugkontrolle des Flugverkehrs.
  • Konzeption eines Prototyping & Evaluation-Framework (PEF) zum Vergleich von neuen Flugsicherheitssystemen.
  • Abschätzung des ökonomischen Potentials des erstellten Frameworks.

Inhalt

Für die Umsetzung der neuen EU-Plans gibt es moderne Ansätze von multimodalen Interfaces, deren visuelle Informationsgestaltung, Ortsgebundenheit, Optionalität und Beständigkeit zukünftige Anforderungen besser abdecken könnten als das heutige zweidimensionale Radar.

Lots:innen in sicherheitskritischen Arbeitsbereichen gelten als veränderungsresistent und die Überzeugung dieser ist bei der Umsetzung und Einführung von neuen Systemen unumgänglich.
Um diese neuen Technologien zu evaluieren, braucht es ein Framework für die interaktive und vergleichende Evaluation von prototypischen Flugsicherungs-Konzepten. Das macht dieses Projekt wissenschaftlich einzigartig.

Methodik / Vorgehensweisen

Für die Evaluierung wird ein Prototyping & Evaluation-Framework (PEF) aufbauend auf bestehendem Wissen und Technologie konzeptioniert und spezifiziert, dass eine vergleich- und wiederholbare Evaluation von Konzepten neuer Flugsicherungssysteme mit realitätsnahen Flugverkehrsdaten ermöglicht.

Ergebnisse

Ergebnis der Sondierung ist die Konzeption und technische Spezifikation des Prototyping & Evaluation Framework mit allen notwendigen Schnittstellen, sowie ein Whitepaper zur Evaluation von Situationsbewusstsein und Problemerkennung im Kontext der Flugsicherung.

Weiters liefert das Projekt eine Abschätzung über das ökonomische Potential eines derartigen Frameworks. Es ist keine funktionale oder technische Umsetzung der entwickelten Spezifikation vorgesehen. Bei erfolgreicher Sondierung ist eine praxisnahe Umsetzung im Rahmen eines nationalen oder internationalen Forschungsprojekt geplant.

Projektbeteiligte

Projektkoordination

Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten Forschungs GmbH

Projektpartner:innen

  • Fraunhofer Austria Research GmbH
  • Universität Salzburg

Kontaktadresse

Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten GmbH
Campus-Platz 1
A-3100 St. Pölten
Tel.: +43 (2742) 313 228-200
E-Mail: csc@ustp.at