Möglichkeiten zu transnationaler Kooperation

Möglichkeiten zu transnationaler Kooperation mit dem deutschen Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo Klima). Ein Bericht zur Informationsveranstaltung LuFo Info Day 2022.

Das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gemeinsam mit dem DLR Projektträger Luftfahrtforschung gaben Teilnehmer:innen in der Veranstaltung „LuFo Info Day 2022" am 5. April 2022 die Möglichkeit, sich über die Gegenwart und Zukunft der zivilen Luftfahrtforschung in Deutschland und darüber hinaus auszutauschen und durch Vernetzung gemeinsam den Weg zur Luftfahrt der Zukunft zu bestreiten.

Das sechste zivile Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo VI), das von 2020 bis 2024 läuft, orientiert sich an der strategischen Forschungsagenda (SRIA) von ACARE sowie an der Luftfahrtstrategie der Bundesregierung. (Quelle: Webseite des DLR Projektträger Luftfahrtforschung)

Großes Interesse an transnationalen Kooperationsprojekten

Der DLR Projektträger Luftfahrt arbeitet mit internationalen Partnern an Forschungsaktivitäten. Mögliche Kooperationen können mittels Verbundpartnerschaft ohne öffentlicher Förderung, auf kommerzieller „Geben & Nehmen"-Basis oder mittels transnationaler Kooperationspartnerschaft, z.B. Österreichisch/Deutsche, Schwedisch/Deutsche Projekte, mit öffentlicher Förderung eingegangen werden.
Neben dem österreichischen Klimaschutzministerium präsentierten die Niederlande und das Vereinigte Königreich ihre thematischen Forschungsprogramme.

Beispiele bisheriger transnationaler Kooperationen Österreichs mit Deutschland sind Projekte wie SHReC (TAKE OFF) und Fiona (LuFo) oder AVaiL-AT (TAKE OFF) und AVail-DE (LuFo).

Das Vereinigte Königreich investiert mit seinem „ATI Programme" über die nächsten drei Jahre mehr als 1 Milliarde britische Pfund in fortschrittliche Technologien, welche für klimaneutrales Fliegen benötigt werden. Besonders hervorgehoben wurde die Wichtigkeit strategischer Verbundprojekte innerhalb Europas und die starke Kooperation im Horizon Europe-Programm.

Vorstellung des Netzwerk Luftfahrtforschung

Im Rahmen der Veranstaltung wurde das Netzwerk Luftfahrtforschung vorgestellt, welches die Möglichkeit bietet sich nach einer Registrierung ein Geschäftsprofil einzurichten. Es fördert den fachlichen Austausch und bietet Unterstützung bei der Suche nach passenden Forschungspartnern für innovative Forschungsideen.
Den Link zum Netzwerk Luftfahrtforschung finden Sie hier.

Thesen, Trends und künftiger Forschungsbedarf aus Workshops und Fachgesprächen

Die Auswertung von Workshops und Fachgesprächen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zu einzelnen Themen wie Zero Emission, Wasserstofftechnologie inkl. Brennstoffzelle, Elektrisches Fliegen, Gasturbinentechnologie und alternative Konzepte ergab Ideen, Notwendigkeiten und Forschungsbedarf, welche wichtige Themen für das zukünftige LuFo VI Programm darstellen.
Auch disruptive Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Cyber Security werden immer wichtiger, wie ebenso sektorenübergreifender Aufbau von Wissen und die Nutzung von Synergieeffekten.

Luft- und Raumfahrtnetzwerke in Deutschland

Deutschland verfügt neben den nationalen Netzwerken des BDLI (Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e.V.) und der Supply Chain Excellence Initiative über regionale Netzwerke zur Vernetzung und kontinuierlichen Weiterentwicklung von Maßnahmen und Angeboten. Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Netzwerke ergaben einen akuten Handlungsbedarf in beispielsweise Personalrekrutierung oder Finanzierung. So haben etwa die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu einer Umpriorisierung von Forschungsaktivitäten geführt, was sich auch in der aktuellen Ausarbeitung der Technologieroadmap des BDLI zeigt, welche auf einen Paradigmenwechsel abzielt.

Ziel ist ein Paradigmenwechsel von rein ökonomisch determinierter Wettbewerbsfähigkeit zu Ökologie und Ökonomie.

Technologieroadmap des BDLI

Die große Herausforderung laut BDLI sei demnach die Erzielung kürzerer Entwicklungszyklen und effizienterer Abläufe bei gleichzeitig zunehmend komplexen Produkten und Technologien.
Deutschlands Forschung und Lehre an den 9 technisch-orientierten Universitäten mit ausgewiesenen Luftfahrtschwerpunkten reichen von grundlagenorientierter Forschung im Bereich des ökoeffizienten Fliegens bis hin zur prototypischen Anwendung in kooperativen Verbundprojekten. So erarbeiten beispielsweise bereits Studenten bei der „NASA/DLR Design Challenge" Lösungen, wie klimaneutrales Fliegen möglich gemacht werden kann.
Die mittels Unterstützung früherer LuFo Programme geförderte universitätsübergreifende Vorentwurfssoftware „UNICADO" ermöglicht Prozesse zur effizienten Zusammenarbeit und soll in weiterführender Entwicklung durch Modelle erweitert werden um Aussagefähigkeit bezüglich Blended-Wing-Body-Konfigurationen zu erlagen.