Der österreichische Luftfahrtsektor – dynamischer Wachstumspol in der Weltwirtschaft

... oder wie österreichische Kompetenzen abheben

Seit Beginn der 2000er Jahre investierte das BMVIT in Kooperation mit Organisationen der nationalen Luftfahrt(zuliefer)industrie rund  400 Millionen € in Forschung, Technologie und Innovation. Ziel dieser FTI – Förderungen war und ist es noch die strategische Position des Zulieferlandes Österreich neben erfolgreichen Branchen wie Automotiv oder Bahnindustrie auf eine breitere Basis zu stellen.

Das Aufsetzen des ersten Förderungsprogrammes Take Off 2002 und die darauf folgend formulierte  FTI – Strategie für Luftfahrt  im Jahre 2008 führten schließlich zu einer gemeinsamen Vision des österreichischen Luftfahrtsektors. Eine Erfolgsgeschichte, die als Best Practice für kleine Luftfahrtnationen in Europa steht.

FTI-Luftfahrtstrategie 2008

Vision für das Jahr 2020:

Die österreichische Luftfahrtindustrie ist im Jahr 2020 in den internationalen Wertschöpfungs- bzw. Zulieferketten gegenüber dem Status Quo deutlich besser positioniert. In Österreich haben 

  • drei Integratoren (Status Quo: zwei), 
  • vier Tier-1 Betriebe (Status Quo: drei) und 
  • zwölf Zuliefer-Leitbetriebe (Verdoppelung zum Status Quo) 

ihren Sitz. 

Dabei kommt es auch zu einem quantitativen Wachstum der Branche:

  • Rund 70 Betriebe sind im Kernbereich Luftfahrt tätig. 
  • Etwa 250 Einheiten (Organisationen und Unternehmen: Produktion, F&E-Einrichtungen, Engineering, Dienstleister) setzen zumindest luftfahrtrelevante Teil-Aktivitäten.
  • Die nationale Umsatzentwicklung hat sich gegenüber 2006 verdreifacht (2006: EUR 620 Mio.), 
  • die Beschäftigtenzahl und die Anzahl der High-tech Arbeitsplätze hat sich verdoppelt (2006: 3.500). 

Die Industriebetriebe in Österreich sind dabei national/international stärker vernetzt und beliefern neben europäischen und amerikanischen auch asiatische und russische Systemlieferanten und Hersteller in signifikantem Ausmaß.

Frage: Wie viele Betriebe sind in welcher Intensität in der österreichischen Luftfahrt(zuliefer)industrie tätig? Wie sind diese national und international vernetzt?

Studie Ö-LINK

Österreichische Luftfahrtindustrie: Datenbank der Marktteilnehmer, TAKE OFF 6, Endbericht 2010

Statuserhebung für die in der Luftfahrstrategie angestrebten Entwicklungen

  • Mindestens 241 Unternehmen entlang der gesamten Mehrwertkette
  • 8.700 Beschäftigte in der Luftfahrt(zuliefer)industrie
  • 1,7 Mrd. EUR Jahresumsatz in der Luftfahrt (kumuliert)
  • Gute Vernetzung in der Forschung und Entwicklung
  • 10 % der Exportumsätze kommen aus dem asiatischen Raum 

Frage: Wie lassen sich die technologischen Kompetenzen der österreichischen Betriebe besser kommunizieren?

Ö-LINKatlas

Erstellung eines Kompetenzkataloges der österreichischen Luftfahrt(zuliefer)industrie, bmvit, Launch 2011

Entwicklung einer Broschüre und eines Webportals mit dynamischer Suchfunktionalität

Webportal Aeronautics

Frage: Wie lässt sich die (inter)nationalen Sichtbarkeit auf Veranstaltungen und Messen erhöhen? Welche Flugzeugbauteile werden in Österreich entwickelt/produziert und wie lassen sich diese an einem generischen Flugzeugmodell darstellen? 

FLUMA

Virtuelles Flugzeug – Made in Austria, TAKE OFF 9, 2014

Flugzeugmodell zur Darstellung der in Österreich entwickelten/produzierten Flugzeugbauteile

Frage: Wie hat sich die österreichische Luftfahrtzulieferindustrie in den letzten 5 Jahren entwickelt? Welche FTI – Potenziale sehen wir in der Luftverkehrswirtschaft?

Studie Ö-LINKupdate

Erhebung zur Aktualisierung der Luftfahrtdatenbank Ö-LINK, bmvit, 2015

Veränderungen der österreichischen Luftfahrtindustrie zwischen 2008 und 2013:

  • Mindestens 225 Unternehmen
  • 9.180 Beschäftigte in der Luftfahrt(zuliefer)industrie (+6%)
  • 2,2 Mrd. EUR Jahresumsatz in der Luftfahrt(zuliefer)industrie (kumuliert) (+31%)

Frage: Kann die österreichische Luftfahrt(zuliefer)industrie an diesem Wachstum durch FTI – politische Unterstützung weiterhin teilhaben?

Studie Ö-LUFU

Erhebung der österreichischen Luftfahrtunternehmen mit FTI - Potenzialen, bmvit, 2015

Entwicklungen der österreichischen Luftfahrtverkehrsunternehmen zwischen 2008 und 2013:

  • 61 registrierte Luftverkehrsunternehmen in Österreich
  • 7.200 Beschäftigte in der Luftfahrtverkehrswirtschaft (+ 2% )
  • 2,5 Mrd. EUR Jahresumsatz in der Luftverkehrswirtschaft (-25% )

Frage: Wie kann das Erhalten der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen  Luftverkehrswirtschaft durch aktive FTI – Politik unterstützt werden bzw. erhalten bleiben?

FTI-Strategie für Luftfahrt 2020plus

Die Luftfahrt ist weltweit ein Sektor von strategisch eminenter Bedeutung. Sie ist Motor der Weltwirtschaft und zeichnet sich durch hohe Forschungsintensität und Konjunkturunabhängigkeit aus. Die optimale Unterstützung des Sektors durch zielgerichtete Forschung, Technologie und Innovation trägt nachhaltig dazu bei die strategischen Rahmenbedingungen - wettbewerbsfähig  bleiben, umweltschonend innovieren und dabei gleichzeitig gesellschaftliche Bedürfnisse zu berücksichtigen - zu erfüllen.

In Kooperation mit rund 200 Akteuren der nationalen  und internationalen Luftfahrt setzen sich das BMVIT und die Stakeholder drei ambitionierte Ziele um den genannten Rahmenbedingungen gerecht zu werden. 

Drei Ziele für den Luftfahrtsektor 2020 plus

  • 15.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschaften 4 Mrd. EUR Jahresumsatz in Österreich
  • Der heimische Luftfahrtsektor lukriert Rückflüsse aus europäischen Forschungsinitiativen nach Österreich in der Höhe von 80%
  • Innovative Lösungen leisten einen essentiellen Beitrag zur Leistungsfähigkeit des heimischen Luftverkehrssystems

4 Maßnahmenbündel

  • Kompetenzen in FTI  ausbauen, Förderinstrumente besser abstimmen und nutzen.
  • Strategische Allianzen bilden, Kooperationen auf- und ausbauen.
  • Bestehende Märkte sichern, neue Märkte erschließen, Marktbarrieren abbauen.
  • Qualifizierte Fachkräfte ausbilden, Nachwuchs fördern.

Frage: Wie kann das Flugzeugmodell mit den aus Österreich stammenden Technologien international eingesetzt und auch für die Ausbildung genutzt werden?

FLUMAdigital

Digitale Visualisierung des Flugzeugmodells und interaktive Einbettung in das Webportal aeronautics.at. Veröffentlichung Juni 2017!

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